Börsen-Zeitung: Brüsseler Störmanöver Kommentar zu den Brüsselern Störmanövern beim Verkauf der LBB, von Bernd Wittkowski.
Geschrieben am 19-03-2007 |
Frankfurt (ots) - Die EU-Kommission droht mit einer Klage wegen des Verkaufsprozesses für die Landesbank Berlin (LBB), sie nimmt die Drohung zurück, sie wirbelt Staub auf, irritiert alle Beteiligten - doch sie dient nicht der Sache. Könnten die Hüter des Wettbewerbs nicht einfach mal schweigen und abwarten, ob das - abgesehen von ihren eigenen Störmanövern - bisher relativ reibungslos verlaufende Bieterverfahren einen akzeptablen Abschluss findet? Anscheinend wäre das zu viel verlangt. Man soll wohl eher dankbar sein, wenn Brüssel am Ende nicht noch dem Land vorschreibt, an wen es die ehemalige Bankgesellschaft Berlin zu verkaufen hat.
Schon der am Exempel der zur LBB gehörenden Berliner Sparkasse ausgetragene Streit über den Schutz des Namens "Sparkasse" war überflüssig wie ein Kropf. Das zeigen allein die Plattitüden, die Bundesregierung und Kommission zur Beilegung des Konflikts notiert haben: Beachtung von Gemeinschaftsrecht hier, Bekenntnis zum EG-Vertrag dort. Wer hätte das gedacht! Aktuell dreht sich die Diskussion nun erneut darum, ob neben dem Verkaufspreis auch Faktoren wie Zusagen für den Erhalt des Unternehmenssitzes und der - in diesem Fall ohnehin längst auf das betriebswirtschaftlich notwendige Minimum reduzierten - Belegschaftsstärke eine Rolle spielen dürfen.
Als wären solche Erwägungen nicht die selbstverständlichste Sache der Welt! Nicht nur aus Sicht eines Verkäufers, der auch eine soziale Verantwortung ja nicht nur dann hat, wenn es sich - wie hier - um den Staat handelt. Kriterien jenseits des Preises sind auch für das Verkaufsobjekt und nicht zuletzt für den Käufer maßgeblich, weil sie sich via Betriebsklima und Motivation der Mitarbeiter auf den künftigen Unternehmenswert auswirken. Nicht von ungefähr ging 2006 z.B. die Berliner Bank nicht an den Interessenten mit dem höchsten Preisgebot; das Gesamtkonzept der Deutschen Bank war offenbar für alle Seiten überzeugender. Hat die EU daran etwas auszusetzen?
Wettbewerbsrechtlich ist entscheidend, dass der Verkauf diskriminierungsfrei erfolgt: gleiche Bedingungen und gleiche Chancen für alle in- und ausländischen Bieter, unabhängig von ihrer Rechtsform. Über dieses berechtigte Postulat geht Brüssel aber weit hinaus, wenn immer wieder recht eigenwillige Forderungen nachgeschoben werden, wie der Begriff "diskriminierungsfrei" zu interpretieren sei.
Originaltext: Börsen-Zeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069--2732-0
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
60416
weitere Artikel:
- Owens Corning kündigt Markteinführung gefertigter Steinfurnierprodukte von Cultured Stone(R) in Europa an Toledo, Ohio (ots/PRNewswire) - - Jüngste Akquisition beschleunigt die weltweite Expansion von Owens Corning Cultured Stone(R) auf dem europäischen Bauproduktmarkt Owens Corning (NYSE: OC) gab heute die Einführung einer Reihe gefertigter Steinfurnierprodukte von Cultured Stone(R) auf dem europäischen Markt bekannt. Die Produkte werden durch ein Vertriebsnetz überall in Ost- und Westeuropa erhältlich sein. "Die jüngste Akquisition der Modulo/ParMur Group, einem marktführenden Hersteller und Vertreiber gefertigter Steinfurniere mehr...
- ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab Dienstag, 20.03.2007, 08:00 Uhr / Erzeugerpreise Februar 2007: + 2,8% gegenüber Februar 2006 ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab , 20.03.2007, 08:00 Uhr Wiesbaden (ots) - Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Februar 2007 um 2,8% höher als im Februar 2006. Dies ist der niedrigste Stand der Jahresteuerungsrate seit Dezember 2004 (+ 2,9%). Im Januar 2007 hatte die Jahresveränderungsrate bei + 3,2% und im Dezember 2006 bei + 4,4% gelegen. Gegenüber Januar 2007 stieg der Erzeugerpreisindex um 0,3%. Überdurchschnittlich hohe Jahresteuerungsraten mehr...
- Gastgewerbe setzt im Januar 2007 real 0,6% weniger um
Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurde im Gastgewerbe in Deutschland im Januar 2007 nominal 1,9% mehr umgesetzt als im Januar 2006, real jedoch 0,6% weniger. Im Vergleich zu dem im Dezember 2006 erzielten Umsatz ergab sich im Januar 2007 nach Kalender- und Saisonbereinigung ein Umsatzrückgang von nominal 1,9% und real 2,0%. Bei den Kantinen und Caterern, zu denen auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören (nominal + 4,4%, real + 2,0%), und im Beherbergungsgewerbe (nominal + 4,6%, real + 1,9%) lag der Umsatz mehr...
- 5,2% weniger Gründungen größerer Betriebe im Jahr 2006
Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2006 rund 162.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen; das waren 5,2% weniger als im Jahr 2005. Die Gründungen von Klein- und Nebenerwerbsbetrieben, bei denen es in den letzten drei Jahren zu einem regelrechten Boom gekommen war, gingen 2006 um 1,5% auf 576.000 zurück. Dies dürfte vor allem mit der geänderten Förderung der Existenzgründungen der Ich-AGs seit dem 1. August 2006 zusammenhängen. mehr...
- Multi-Tech kündigt neue Netzwerk-Faxserver an Minneapolis (ots/PRNewswire) - - Freistehende Modelle mit einem oder zwei Ports erfordern nur minimale Unterstützung Multi-Tech(R) Systems, Inc., ein führendes Datenkommunikations- und Telekommunikationsunternehmen mit Standort im Aussenbezirk von Minneapolis, kündigte die Einführung von Faxservern mit einfachen und doppelten Ports an, mit denen das netzwerkgestützte Faxen einfacher und billiger betrieben werden kann. Die Faxserver der Modellreihe FaxFinder(R) (Modelle FF120 und FF220) werden schlüsselfertig geliefert und sind mit sämtlicher mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|