ots.Audio: Keine Angst vor IBAN! / Interview mit Peter Blasche, Bereichsleiter Zahlungsverkehr und Kartensysteme des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB
Geschrieben am 19-01-2011 |
Berlin (ots) -
Anmoderation:
Wer bislang Geld überweisen wollte, brauchte dazu Kontonummern und
Bankleitzahlen. Aber er musste manchmal auch einige Tage warten, bis
seine Überweisung ankam. Das soll sich spätestens ab 2012 ändern: Der
Geldtransfer soll dann nur noch über internationale Kontonummern,
kurz IBAN, und internationale Bankleitzahlen, kurz BIC, abgewickelt
werden. Damit sollen Überweisungen im einheitlichen
Eurozahlungsvekehrsraum, kurz SEPA, schneller ihr Ziel erreichen. Was
das für die Bankkunden konkret heißt und worauf man sich einstellen
muss, darüber hat unser Reporter Philipp Blanke mit Peter Blasche
gesprochen. Er ist Bereichsleiter für Zahlungsverkehr und
Kartensysteme beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands,
kurz VÖB.
Beitragsbeginn:
Interviewer: Guten Tag Herr Blasche.
Blasche: Guten Tag.
Interviewer: Bankkunden in ganz Europa müssen nach Plänen der
Europäischen Kommission von 2013 an bei allen Überweisungen
internationale Kontonummern verwenden. Was heißt das konkret?
Blasche: Es gibt dann keine Unterscheidung mehr zwischen deutschen
und internationalen Kontonummern. Sie verwenden bei Überweisungen
künftig nur noch die internationale Kontonummer IBAN anstatt
Kontonummer und Bankleitzahl. In Deutschland setzt sich die IBAN aus
dem Länderkennzeichen DE, einer zweistelligen Prüfziffer sowie
Kontonummer und Bankleitzahl zusammen. Das heißt, Sie müssen sich für
Ihre Kontoverbindung zusätzlich nur zwei Ziffern merken.
Interviewer: Gelten die neuen Kontonummern nur für Überweisungen
in andere Länder?
Blasche: Nein, das europäische Überweisungsverfahren unterscheidet
nicht mehr zwischen Überweisungen in Deutschland und zwischen den 32
Ländern des Europäischen Zahlungsverkehrsraumes SEPA. Die IBAN
braucht man künftig bei allen Überweisungen. Das heutige deutsche
Überweisungsverfahren wird nach einer gewissen Zeit abgeschaltet.
Interviewer: Wie sieht es bei den Bankleitzahlen aus? Kommen hier
auch Änderungen auf die Bankkunden zu?
Blasche: Die IBAN beinhaltet die deutsche Bankleitzahl. Daneben
ist noch eine internationale Bankleitzahl notwendig, der bis zu
elfstellige BIC. Banken und Sparkassen können damit jede Bank in
Europa eindeutig identifizieren. Nur so ist sichergestellt, dass die
Zahlung innerhalb von drei Tagen überall in Europa ihr Ziel erreicht.
Ab Ende 2012 übrigens innerhalb eines Tages nach Zugang der
Überweisung.
Interviewer: Was bedeutet das für Lastschriften?
Blasche: Zunächst, was ist eine Lastschrift? Eine Lastschrift ist
ein Zahlungsauftrag, bei dem der Empfänger einer Zahlung das Konto
des Zahlers belastet, also zum Beispiel die GEZ belastet Ihr Konto.
Einer Lastschrift liegt eine Art Vertrag zugrunde. Versicherungen,
Versorgungs- und Telekommunikationsunternehmen, auch Ämter und
Behörden ziehen jährlich sieben Milliarden Lastschriften ein.
Deutschland ist damit das größte Lastschrift-Land. Auch diese
Einreicher von Lastschriften müssen zukünftig das europäische
Verfahren mit IBAN und BIC nutzen. Für die Verbraucher ändert sich
ansonsten nichts. Nur sollten sie bei neuen Vertragsabschlüssen
darauf eingestellt sein, dass sie zukünftig nach IBAN und BIC für das
Bezahlen per Lastschrift gefragt werden.
Interviewer: Sind diese Änderungen schon fest beschlossen, oder
kann sich noch etwas ändern?
Blasche: Nein, das Europäische Parlament und der Europäische Rat
müssen dem Verordnungsentwurf der Kommission noch zustimmen. Erst
dann tritt die Verordnung in Kraft, wahrscheinlich noch in diesem
Jahr. Nach momentaner Planung wäre 2012 Schluss mit dem bisherigen
deutschen Überweisungsverfahren und 2013 auch mit der deutschen
Lastschrift.
Interviewer: Wo können Bankkunden weitere Informationen bekommen?
Blasche: Erster Ansprechpartner für Verbraucher und Firmenkunden
sind die Banken und Sparkassen, sowohl in den Filialen als auch im
Internet. Seine eigene IBAN und BIC erfährt jeder Kunde auch heute
schon auf dem Kontoauszug seiner Bank. Informationen gibt es außerdem
auf unserer Website www.voeb.de.
Interviewer: Herr Blasche vielen Dank für das Gespräch.
Blasche: Gerne.
ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de.
Pressekontakt:
Dr. Stephan Rabe
Bereichsleiter, Direktor
Pressesprecher
Telefon: (0 30) 81 92 - 1 60
Mobil: (01 70) 24 76 702
E-Mail: presse@voeb.de
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
311154
weitere Artikel:
- Umfrage von FORSA und AWD: Euro-Krise - Jeder zweite Deutsche sorgt sich um Währungsstabilität Hannover (ots) - Die anhaltende Euro-Krise sorgt bei den
Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern mit Blick auf das Jahr 2011 für
die größte Beunruhigung. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen
Meinungsumfrage von FORSA im Auftrag des Finanzdienstleisters AWD. So
geben 45 Prozent der Befragten an, dass die derzeitige Situation des
Euros ihnen im Jahr 2011 die meisten Bedenken bereitet. Damit nimmt
die Krise der Gemeinschaftswährung den Spitzenplatz bei den Sorgen
der Deutschen ein. Erst dahinter folgen die Sorgen über einen
erneuten mehr...
- Regelmäßiges Investmentfondssparen zahlt sich aus Frankfurt am Main (ots) -
Anleger, die zum Beispiel in den vergangenen 30 Jahren jeden Monat
100 Euro in Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland eingezahlt haben,
verbuchten ein Depotvolumen von im Schnitt rund 129.000 Euro zum
Jahresultimo 2010. Dies entspricht - bei Einzahlungen von insgesamt
36.000 Euro - einem jährlichen Wertzuwachs von 7,5 Prozent. Hierbei
ist neben allen Fondskosten auch der Ausgabeaufschlag, der die
Beratungs- und Vertriebskosten deckt, berücksichtigt. Für Anleger,
die schwankungsärmere Fondsgruppen bevorzugen, mehr...
- ,Börse Online'-Analyse:
DAX-Unternehmen steigern Gewinne auf rund 58 Milliarden Euro Frankfurt (ots) - Überschüsse der 30 DAX-Konzerne 2010 gegenüber
dem Vorjahr mehr als verdoppelt / Vor allem Auto-Konzerne mit
kräftigen Ergebnissteigerungen / Für 2011 Gewinnsumme von 66,7
Milliarden Euro vorausgesagt / 2012 mit 74,3 Milliarden Euro neue
Rekordmarke erwartet
Besitzer von DAX-Aktien können sich auf eine prächtige
Bilanzsaison freuen. Nach Schätzungen des Anlegermagazins ,Börse
Online' (Ausgabe 04/2011, EVT 20. Januar) haben die 30 Unternehmen
des wichtigsten deutschen Aktienindexes 2010 ihre Gewinne auf
insgesamt mehr...
- EANS-News: Orbit Office AG / Roaming Agreements: Orbit Office AG führt
Verhandlungen mit Mobilfunkanbietern in Kenia Ostafrikanisches Land dient als Testmarkt – Schweizer
Unternehmensgruppe verfügt über langfristige Netzverträge und
weltweite Servertechnik
--------------------------------------------------------------------------------
Corporate News übermittelt durch euro adhoc. Für den Inhalt ist der
Emittent/Meldungsgeber verantwortlich.
--------------------------------------------------------------------------------
Marketing/Neue Produkte/Unternehmen/Telekommunikation
Utl.: Ostafrikanisches Land dient als Testmarkt – Schweizer
Unternehmensgruppe mehr...
- EANS-News: LPKF expands in Japan and China (with photo) --------------------------------------------------------------------------------
Corporate news transmitted by euro adhoc. The issuer/originator is solely
responsible for the content of this announcement.
--------------------------------------------------------------------------------
Global Expansion
Garbsen (euro adhoc) - Garbsen, 19 January 2011 - LPKF Laser &
Electronics AG expects outstanding business figures for 2010.
Turnover will probably be up 56 % to around EUR 79 million, with an
EBIT margin of 19 %. The success of mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Finanzen
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
Century Casinos wurde in Russell 2000 Index aufgenommen
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|