Lausitzer Rundschau: Bitteres Erbe
Stasi-Vergangenheit von Brandenburger Polizisten
Geschrieben am 28-04-2011 |
Cottbus (ots) - Er ist nicht der erste Brandenburger Polizist und
er wird leider vermutlich nicht der letzte sein, der von seiner
Stasi-Vergangenheit eingeholt wird. Das Innenministerium suspendiert
den Leiter der Cottbuser Polizeiwache vom Dienst, nachdem seine Rolle
in einem politischen Strafverfahren Ende der 80er-Jahre durch einen
Fernsehbericht publik wurde. Danach hat der heute leitende Beamte
damals als Stasi-Vernehmer direkt daran mitgewirkt, einen Gubener ins
Gefängnis zu bringen. Der wollte nichts anderes, als der DDR den
Rücken kehren. Dieser Fall wirft erneut die Frage auf: Wie konnte ein
ehemaliger "Untersuchungsführer" der Staatssicherheit in die
Brandenburger Polizeiuniform schlüpfen und darin Karriere machen? Als
Argument zur Übernahme hauptamtlicher Stasileute aus der
Untersuchungsabteilung wird vorgebracht, dass dort gut ausgebildete
Kriminalisten saßen, die nicht nur politische Verfahren, sondern auch
Kriminalität bearbeitet hätten. Sicher haben sie nicht nur politisch
Unliebsame verfolgt, aber sie haben natürlich auch das getan. Und
damit ist die Diskussion mitten im Albtraum der Stasivernehmung von
Oppositionellen oder Fluchtwilligen, deren Ablauf inzwischen durch
viele Betroffene eindrücklich geschildert wurde. Wer sich in den
80er-Jahren für eine "Ermittler-Karriere" als Stasioffizier
entschied, wusste, worauf er sich einließ. Die sogenannte
"Bischofskonferenz", die 1991 die Übernahme des späteren Cottbuser
Wachenleiters in die Polizei abnickte, wusste es offenbar nicht oder
wollte es nicht wissen. Dass die Geheimdienstakten damals noch kaum
erschlossen waren, ist nur bedingt eine Entschuldigung dafür. Unklare
Fakten hätten um so größere Vorsicht verlangt. Spätestens Mitte der
90er-Jahre war dann seinen Vorgesetzten durch ein Strafverfahren
bekannt, dass der spätere Wachenchef als Stasioffizier an
Politverfahren beteiligt war. Trotzdem stieg er in den höheren Dienst
auf. Das bittere Erbe der nachsichtigen Übernahme von Stasileuten in
die Brandenburger Polizei ist heute kaum zu korrigieren. Auch der
suspendierte Wachenchef bekommt nun eine erneute Anhörung und eine
genaue Prüfung seines Falls anhand der beweisbaren Tatsachen. Ein
rechtsstaatliches Verfahren. Die Verhafteten, die ihm als
Stasivernehmer vor gut 20 Jahren gegenübersaßen, hatten diese Chance
nicht.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
328825
weitere Artikel:
- Rheinische Post: Union: Hinweis auf Stuttgart belegt dauerhafte Notwendigkeit der Antiterrorgesetze Düsseldorf (ots) - Das in den USA aufgedeckte Interesse von
Terroristen an der Innenstadt von Stuttgart ist für die Union Beleg
für eine andauernde Notwendigkeit der Antiterror-Gesetze. "Die
Hinweise zeigen erneut, dass eine Verlängerung der Antiterrorgesetze
und eine wirksame Terrorabwehr auch bei der Internetkommunikation
unverzichtbar sind", sagte Unions-Fraktionsvize Günter Krings der in
Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post (Freitagausgabe). Nach
Medien-Informationen waren auf dem Laptop des Täters vor dem
vereitelten Bombenanschlag mehr...
- Rheinische Post: Verkehrspolitiker der Koalition kritisieren die Bahn Düsseldorf (ots) - Angesichts der hohen Unpünktlichkeitswerte im
Fernverkehr haben Verkehrspolitiker von Union und FDP die Bahn
kritisiert. Die Bahn mische die Daten des sehr pünktlichen
Regionalverkehrs mit denen des oft eher unpünktlichen Fernverkehrs,
sagte CDU-Verkehrspolitiker Dirk Fischer der in Düsseldorf
erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). So komme sie beim
Fernverkehr auf eine Pünktlichkeitsquote von 90 Prozent. "Wenn die
Bahn die Daten trennen würde, käme beim Fernverkehr eine
Pünktlichkeitsquote von höchstens mehr...
- LVZ: De Maizière will in dieser Legislaturperiode Neuausrichtung der Truppe unumkehrbar machen / Umbau sei aber "nichts historisch Einmaliges" Leipzig (ots) - Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière
(CDU) will unmittelbar nach der Neupositionierung der FDP auf ihrem
Parteitag seine Grundentscheidungen über die Neuausrichtung der
Bundeswehr der Öffentlichkeit mitteilen. Gegenüber der "Leipziger
Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe) meinte der Minister zugleich, er
wolle dabei die Grundentscheidungen so weit festlegen, dass sie auch
in der nächsten Legislaturperiode unumkehrbar seien, "egal wer dann
Minister ist".
Gefragt nach seinen Erfolgskriterien als Verteidigungsminister mehr...
- Weiß: Gute Arbeit und faire Löhne - für alle Arbeitnehmer in Deutschland Berlin (ots) - Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, öffnet Deutschland
die Grenzen für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen Staaten, die vor
sieben Jahren der Europäischen Union beigetreten sind. Dazu und zu
den künftigen Herausforderungen für den Arbeitsmarkt erklärt der
Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Peter Weiß:
"Der diesjährige Tag der Arbeit fällt zusammen mit dem
Wirksamwerden der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit zwischen
Deutschland und acht mittel- und osteuropäischen EU-Staaten. Wir
freuen mehr...
- OV: MEINE MEINUNG: Eine Kumpanei
Von Dirk Dasenbrock Vechta (ots) - Carsten Maschmeyer und die Politiker. Das ist eine
ganz spezielle Symbiose. Und die neueste Entwicklung um Frank-Walter
Steinmeier aus der Zeit, als er noch Gerhard Schröders Büroleiter
war, nur eine von vielen Geschichten. Im übrigen sind Maschmeyers
Beziehungen völlig parteineutral. Es ist ja noch nicht lange her,
dass Bundespräsident Christian Wulff einen Gastaufenthalt in
Maschmeyers schlossähnlichem Anwesen auf Mallorca genossen hat. Die
Gemeinsamkeit zwischen Maschmeyer, Schröder und Wulff ist evident:
Niedersachsens mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|