WAZ: Die Euro-Retter. Leitartikel von Walter Bau
Geschrieben am 27-07-2012 |
Essen (ots) - Die Entscheidung ist gefallen: Europa will die
Euro-Krisenländer und damit die Gemeinschaftswährung insgesamt retten
- und zwar offenbar um jeden Preis. Anders ist die gemeinsame
Erklärung der deutschen Bundeskanzlerin und des französischen
Präsidenten jedenfalls nicht zu deuten. Griechenland, Spanien und die
anderen Pleitekandidaten sollen nicht im Stich gelassen werden. Doch
der Preis für die Rettung könnte sehr hoch sein. Denn nun kommen all
jene Forderungen auf den Tisch, um die in der Eurozone seit langem
leidenschaftlich gestritten wird: neuer Schuldenschnitt für Athen,
Ankäufe von Anleihen gefährdeter Staaten durch den
Euro-Rettungsschirm EFSF und die Europäische Zentralbank, eine
Banklizenz für den geplanten Rettungsschirm ESM. Instrumente, die
neue Milliarden-Risiken bergen und die bislang bei der
Bundesregierung zum Teil auf große Skepsis stießen. Auch über
Eurobonds wird schon wieder spekuliert. Was wird die Erklärung des
Duos Merkel/Hollande bringen? Die Börsen und Finanzmärkte reagierten
gestern erst einmal positiv, wie schon auf eine ähnliche Erklärung
von Zentralbank-Chef Draghi am Tag zuvor. Dies bedeutet allerdings
nicht, dass die Solidaritätsbekundung für die Krisenländer die
Finanzmärkte auch langfristig freundlich stimmen. Denn die Ursachen
der Misere in den Krisenstaaten - hohe Verschuldung, horrende
Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsflaute - bleiben fürs erste. Und ob die
in Athen, Rom und Madrid beschlossenen drastischen Sparpakete
wirklich umgesetzt werden, ist angesichts der Proteste fraglich.
Sollte die deutsch-französische Erklärung dort als Freifahrtschein
für ein "Weiter-so" aufgefasst werden, wäre das fatal. Trotzdem: Es
ist nicht nur mutig, sondern auch richtig, dass Merkel und Hollande
sich für die europäische Solidarität entschieden haben. Dieser Kurs
birgt zwar große Risiken - doch ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone
und damit letztlich auch der Europäischen Union wäre das größere und
teurere Übel.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
408913
weitere Artikel:
- WAZ: Tankbetrug ist kein Mundraub. Kommentar von Dietmar Seher Essen (ots) - Tankbetrug. Vor wenigen Jahren ist der
Straftatbestand in der Statistik der Kriminalämter kaum aufgefallen.
Das ist jetzt anders. Die kräftigen Steigerungsraten, die in manchen
Großstädten nach Polizeiangaben auch 2012 anhalten, deuten auf einen
Zusammenhang mit den hohen Benzinpreisen hin. Sehen wir einmal von
sicher nicht wenigen Fällen reiner Schusseligkeit ab: 80 Euro für die
Füllung eines Mittelklasseautos können eine Verlockung sein, den Gang
zur Kasse zu "vergessen" - gerade, wenn nur ein Mitarbeiter die
Aufsicht mehr...
- Schwäbische Zeitung: Das Glas ist unschuldig - Leitartikel Leutkirch (ots) - Wenn einer bei einbrechender Dunkelheit mit dem
Stemmeisen durchs Wohnviertel spaziert, dann könnte es sich um einen
Einbrecher handeln. Wenn jemand zur lauen Sommerabendzeit mit einer
Cola- oder Bierflasche am Konstanzer Seeufer flaniert, dann könnte er
später Scherben hinterlassen. Es droht also jeweils Gefahr. Aber
während das nächtliche Mitführen von Stemmeisen noch immer erlaubt
ist, hat die Stadt Konstanz die Glasflaschen beziehungsweise ihre
Besitzer mit einem Bann belegt.
Ein plumper, ein konstruierter mehr...
- Weser-Kurier: Der Bremer WESER-KURIER schreibt zum Thema Motorradlärm: Bremen (ots) - Ein schnöder Auspuff ist etwas für Autos.
Motorräder brauchen Schalldämpfer. Die Dinger scheinen
materialisierter Appell zu sein an die letzten Reserven rebellischen
Geistes, den sich Biker unterm Integralhelm bewahrt haben. Was sonst
sollte - wie die Polizei schätzt - fünf bis zehn Prozent der Halter
dazu veranlassen, mit Motorrädern durch die Gegend zu brettern, deren
Abgasanlage manipuliert oder defekt, in jedem Fall aber zu laut ist?
Vielleicht ist es das Bedürfnis nach sattem Sound, den in voller
Fahrt alle besser mehr...
- Weser-Kurier: Der Bremer WESER-KURIER schreibt zum Thema steigende Ausgaben für Rehabilitation: Bremen (ots) - Die Menschen werden immer älter - das ist gut. Sie
müssen aber auch immer länger arbeiten - das ist angesichts der
demografischen Entwicklung unvermeidbar. Hinzu kommt durch
Personalabbau und Kostendruck eine enorme Verdichtung der Arbeit. Das
ist schlecht, und nicht jeder steckt das einfach so weg - die
steigende Zahl der psychisch Erkrankten ist Beleg dafür. Und eben
auch die wachsenden Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung für
Maßnahmen im Bereich der Rehabilitation. Das Budget dafür ist streng
gedeckelt mehr...
- Neue OZ: Kommentar zu EZB Osnabrück (ots) - Stark und gefährlich
EZB-Chef Mario Draghi gibt sich wild entschlossen und sagt, die
Europäische Zentralbank werde alles tun, um den Euro zu retten. Das
ist beruhigend und alarmierend zugleich. Fest steht: Die Zentralbank
ist die absolut stärkste Kämpferin in der Euro-Arena. Denn ihre
Möglichkeiten sind theoretisch unbegrenzt. Ihr kann das Geld nie
ausgehen, weil sie im Bedarfsfall immer mehr drucken kann. Einen
solchen Partner an ihrer Seite zu wissen ist für Angela Merkel und
ihre Mitstreiter im Kampf um mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|