WAZ: Das Revier baut an seiner Zukunft. Kommentar von Matthias Korfmann
Geschrieben am 15-03-2013 |
Essen (ots) - Es bewegt sich etwas im Revier. Ein bisschen
unbemerkt von der Öffentlichkeit reift überparteilich der Wunsch, die
Region zu einer Art Metropole zu schmieden. Das Wort "Ruhrstadt"
nimmt keiner in den Mund. Niemand will ernsthaft eine Riesen-Kommune,
die von einer mächtigen Zentrale aus verwaltet und regiert wird. Aber
es setzt sich das Bewusstsein durch, dass das Revier, wenn es um
regionale Themen geht, häufiger mit einer Stimme sprechen sollte.
Denn als vielstimmiger Chor erreicht es zu wenig. Es ist ja nicht nur
so ein Gefühl, dass dieses Ballungszentrum zum Beispiel beim Straßen-
und Schienenverkehr abgehängt wird. Die Züge sind zu langsam und
überfüllt; die Bahnen überqueren ständig Grenzen von
Verkehrsverbünden; Straßen und Brücken sind marode. EU-Geld könnte
besser eingesetzt werden, wenn es in die Region flösse. Und nicht nur
in einzelne Städte. Der Regionalverband Ruhr (RVR) will künftig
Aufgaben für die Städte übernehmen können. Die Chancen dafür stehen
gar nicht so schlecht. Laut CDU-Ruhr-Chef Oliver Wittke steht die
Landtagsfraktion der Union hinter den Plänen des Reviers. Das ist
wichtig, denn der Landtag muss darüber entscheiden. Die Ruhr-SPD, die
sich früher kaum auf eine gemeinsame Linie einigen konnte, zieht hier
ebenfalls an einem Strang. Sie ist sogar ein Protagonist dieser
Entwicklung. Die Revier-Grünen sind mit im Boot, die Linke auch, und
auch die FDP will eigentlich einen stärkeren RVR, obwohl sie gestern
bei der Abstimmung in Essen noch ausscherte. Ein Ruhrgebiet, das mehr
Einigkeit sucht, weckt Ängste im Umland. Frank Baranowski, Sprecher
der Ruhr-SPD, unterstrich gleich, dass man keine Nebenregierung zu
Bezirksregierungen und Landschaftsverbänden gründen will. Er weiß:
Das Revier kommt mit Diplomatie weiter, nicht mit Konfrontation. 2014
sollen die Bürger direkt Abgeordnete in ein Ruhrparlament wählen
können. Viele werden sich fragen, wofür das gut ist. Antwort: Es ist
ein Unterschied, ob ein Politiker "nur" für Dortmund oder für das
Revier Wahlkampf macht. Der eine denkt an Dortmund. Der andere schaut
über Tellerränder. Und das war bisher leider die Ausnahme.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
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