Westdeutsche Zeitung: Verdacht auf Terrorangriff mit Modellflugzeugen - Kühlen Kopf bewahren
Ein Kommentar von Peter Lausmann
Geschrieben am 25-06-2013 |
Düsseldorf (ots) - Modellflugzeuge, die, mutmaßlich mit tödlicher
Fracht, per GPS-Navigation auf Anschlagsziele losgeschickt werden -
das klingt perfide und hinterhältig. Ein Grund für gesteigerte Unruhe
ist es aber nicht. Sicher: Deutschland ist nach wie vor im Visier des
internationalen Terrorismus. Das ist nicht neu, und entsprechend
besonnen sollte man darauf reagieren. Konkret heißt das: die Mittel
im Kampf gegen den Terror weiterhin gut abwägen, die Gesellschaft
nicht in Gut und Böse unterteilen und vor allem Pauschalurteile
vermeiden.
Die Fakten sprechen dafür, dass in Süddeutschland mit kühlem Kopf
agiert wurde: Niemand sitzt in Untersuchungshaft, es wird betont,
dass sich die mutmaßlichen Anschlagspläne im Anfangsstadium befanden,
obwohl man die Verdächtigen bereits seit mehr als einem Jahr
beobachtete.
Nachdem es in den vergangenen Jahren unter anderem in den USA und
Spanien Pläne für Anschläge mittels Modellflugzeugen gab, ist eine
gewisse Aufmerksamkeit sinnvoll. Allerdings ist auch klar: Nicht
jeder Bastler und Modellfreund ist auch automatisch ein Terrorist.
Ebenso, wie nicht jeder arabische oder muslimische Student, der sich
an deutschen Universitäten technisch oder naturwissenschaftlich
bildet, dabei den "Heiligen Krieg" - den sogenannten Dschihad - im
Sinn hat.
Die Sicherheitsbehörden haben die mutmaßlichen Täter frühzeitig im
Visier gehabt und die wichtigen Mosaiksteine offenbar richtig
zusammengesetzt, um weitere Schritte zu verhindern. Jetzt in
Misstrauen zu verfallen und künstlich Panik zu schüren, hieße, dem
islamistischen Terror in die Hände zu spielen.
Wenn sich der Verdacht gegen die Gruppe erhärten sollte, ist das
ein Erfolg für die Sicherheitsbehörden, der für Vertrauen in der
Bevölkerung sorgt. Und doch ist es wichtig, dass auch die Bürger
gegenüber den Fahndungsmethoden und Machtbefugnissen der Behörden
kritisch bleiben. Die USA haben gezeigt, wie schnell die Freiheit
schwindet, wenn man allein in Gut und Böse denkt und alle Macht in
die Hände des Systems gibt. Deutschland ist auf einem guten Weg, es
besser zu machen und entsprechend abzuwägen. Deshalb gilt auch nach
den Razzien: Besonnen bleiben!
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion@wz.de
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