LVZ: SPD-Wehrexperte Arnold warnt von der Leyen vor "vermessenen" Plänen bei der zukünftigen Kuschel-Kaserne / "Standorte brauchen mehr Luft"
Geschrieben am 30-05-2014 |
Leipzig (ots) - Der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold hat an
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appelliert,
vorsichtig bei Versprechungen über Wohlfühl-Kasernen zu sein. "Man
darf Erwartungen nicht enttäuschen", sagte Arnold gegenüber der
"Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe). Er nannte in diesem
Zusammenhang das "vermessene Versprechen" der Ministerin, die
Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu
machen. Dafür sei die private Arbeitgeberkonkurrenz, beispielsweise
bei Bosch, viel zu groß. Das Ministerium hat sein
Attraktivitätsprogramm für Kasernen fertig entwickelt. Arnold
erinnerte daran, dass es bereits aus früheren Jahren das
"Kasernenprogramm 2000" gebe, mit dem den Soldaten versprochen worden
sei, pro Stube nur noch zwei Soldaten unterzubringen, allen eine
schnelle Internetverbindung sowie den Bediensteten gute Sanitärtrakte
für kleine Einheiten bereit zu stellen. "Das Programm ist bis heute
nicht fertig umgesetzt", sagte Arnold. Er erkenne aber an, dass die
Ministerin "das Prinzip beherrscht, ,Tue Gutes und rede darüber'".
Arnold kritisierte, dass das Programm zu den "Kuschelkasernen" in der
Öffentlichkeit bereits jetzt kursiere, obwohl die
Koalitionsfraktionsexperten erst am kommenden Montag von der
Ministerin darüber unterrichtet werden sollen. Es sei "ein Ärgernis,
dass wir aus der Zeitung die Details erfahren", beklagte Arnold.
Grundsätzlich begrüßte Arnold aber verbesserte Lebens- und
Arbeitsbedingungen für die Truppe. "Schon jetzt erlebe ich bei vielen
Besuchen an Standorten, dass darüber geklagt, die neuausgerichtete
Bundeswehr hat zur verschlechterten Qualität beim Nachwuchs geführt."
Die SPD wolle aber nicht, "dass wir nach zehn Jahren mit einer ganz
anderen Armee dastehen". Für ihn sei "die beste Maßnahme zur
Attraktivitätssteigerung bei der Bundeswehr, dass wir den Standorten
mehr Luft verschaffen". Das setze aber "eine Reform der Reform von
Thomas de Maizières Politik der radikalen Standortschließungen
voraus".
Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin
Telefon: 030/233 244 0
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