Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum deutschen Aus bei der Fußball-EM
Geschrieben am 08-07-2016 |
Bielefeld (ots) - Die gelegentlichen Kameraschwenks in das Gesicht
des Joachim Löw offenbarten: Hier glaubte einer nicht mit voller
Überzeugung daran, an diesem Abend in diesem Spiel gewinnen zu
können. Der Bundestrainer wirkte bedrückt, mindestens. Gequält gar
am Ende, denn es hatte sich im EM-Halbfinale und auch im Laufe des
Turniers so einiges angesammelt. Auch in die untröstlichen,
tränenfeuchten Augen des erledigten Abwehrchefs Jerome Boateng zu
blicken, tat beim 0:2 gegen Frankreich weh. Aber so ist es nun
einmal: Zum Fußball gehören Niederlagen, unverwundbar war auch der
Weltmeister nie. Ein herausragende Europameisterschaft hat er nicht
abgeliefert. Es ist in Ordnung, mehr nicht. In einigen Situationen
schoss sich die Mannschaft selbst ins Knie und man muss Nicola
Rizzoli auch nicht niedermachen für den Handelfmeter, den er, der
Italiener, gegen die Deutschen pfiff. Diese Entscheidung geht zu
Lasten des Kapitäns. Aber Bastian Schweinsteiger ist nicht der
einzige Spieler, der Aktien am Ausscheiden besitzt. Der WM-Held
Mario Götze erwies sich als EM-Enttäuschung. Thomas Müller, vor zwei
Jahren beim Titelgewinn in Brasilien Torschützenkönig, hatte als
Flop von Frankreich nur noch entspannte Sprüche, allerdings keinen
Treffer auf Lager. Ihre Namen mögen dafür stehen, warum Deutschland
dieses Mal keine Wucht war, jedenfalls nicht vor dem Gegnerkasten.
Weil es letztlich in der gefürchteten Rubrik Verletzungen und
Sperren noch wesentliche Einträge gab, darf die geschwächte
DFB-Mannschaft immerhin davon ausgehen, dass es daheim weder
Donnergrollen noch Zornesblitze gibt. Nicht so nachvollziehbar ist,
wenn die Ausfallliste als Alibi herhält, um das Abschneiden
aufzuhübschen. Unfassbare Ungerechtigkeit brach sicher nicht über
Fußball-Deutschland herein. Löw und seine Leute deuten die
Europameisterschaft eher anders. Manchmal siegen nicht die Besseren,
es fahren die Falschen nach Paris. Stimmt das? Der
Kompromiss-Vorschlag wäre wohl: Die Versuche des deutschen Teams, das
Beste zu erreichen, endeten vor dem Leistungslimit. Es war bloß ein
La-la-Turnier, ohne die Teilnahme am Halbfinale abwerten zu wollen.
Nur eine deutsche Ära, die zuletzt schon 1990 beginnen sollte, wird
auch jetzt nicht eingeläutet. Das WM-EM-Double, nichts weiter als
eine schöne Idee. Jogi Löw ist nun mal kein Trophäen-Monster, der
Weltmeister etwas stehengeblieben. Er bleibt die Referenzgröße für
den kleinen Erfolg, wenn der große Erfolg nicht möglich ist. Die
Sammlung an Endspielteilnahmen, dritten Plätzen und Halbfinals -
einzigartig. Beständige Wertarbeit, sozusagen. Gerade auch unter Löw.
Sein Höhepunkt war Maracana, seine jüngste Endstation Marseille, sein
nächstes Ziel heißt Moskau. Wenngleich er auf die WM 2018 in Russland
im Moment überhaupt keinen Bundestrainer-Bock hat.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
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