Westfalen-Blatt: Pro und Contra zu Mesut Özil
Geschrieben am 17-03-2019 |
Bielefeld (ots) - PRO: Nur um das klarzustellen, ich hätte Recep
Tayyip Erdogan nicht als Ehrengast zu meiner Hochzeit eingeladen.
Genauso wenig aber auch Helmut Kohl oder Willy Brandt oder
Hans-Dietrich Genscher. Erstaunlich bleibt der fast
alttestamentarische Zorn, der das Handeln von Mesut Özil begleitet.
Schon beim Trikot-Gate galt die Aufregung vor allem Özil. Ilkay
Gündogan hatte damals seinem Präsidenten schriftlich auf dem Shirt
gehuldigt. Als er sich aber öffentlich entschuldigt hatte, ebbte die
Kritik ab. Bei Özil tat sie das nie. Vielleicht auch, weil er
Deutschland und dem DFB einen Spiegel vorhielt, in dem man sich nicht
erkennen konnte - oder wollte. Mesut Özil ist aus der
Nationalmannschaft zurückgetreten. Er hat jetzt erneut eine
merkwürdige Entscheidung getroffen - vielleicht auch aus
wirtschaftlichen Erwägungen. Das tut Deutschland übrigens ständig im
Umgang mit Despoten. Und mit Verlaub: Das finde ich schlimmer.
CONTRA: Nein, Mesut Özil ist nicht einfach nur irgendein deutscher
Fußballspieler mit familiären Wurzeln in der Türkei. Und schon gar
nicht ist Recep Tayyip Erdogan irgendein Politiker, mit dem man
ungeniert Umgang pflegen dürfte. Dem ehemaligen deutschen
Nationalspieler Özil müsste der Anfang der deutschen Nationalhymne
doch geläufig sein: »Einigkeit und Recht und Freiheit« werden dort
beschworen. Mit seiner demonstrativen Hinwendung zu dem Despoten vom
Bosporus aber befördert Özil nicht etwa die Einigkeit aller Deutschen
gleich welcher Herkunft, sondern er treibt den Keil noch tiefer
zwischen die ethnischen Gruppen. Und was der von Özil kurz vor der
Kommunalwahl hofierte Präsident Erdogan von den Begriffen »Recht« und
»Freiheit« hält, darüber könnten die zu Tausenden in der Türkei
eingesperrten Oppositionellen Auskunft geben, wären sie nicht
allesamt mundtot gemacht. Sorry, Mesut Özil: Das war erneut ein
grobes Foul.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Kerstin Heyde
Telefon: 0521 585-261
k.heyde@westfalen-blatt.de
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
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