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Kein Kuhhandel um die Atomkraft/ Greenpeace fordert Bundesregierung zum Festhalten am Atomausstieg auf

Geschrieben am 21-01-2010

Hamburg (ots) - Für die heutigen Verhandlungen mit den vier großen
Energieversorgern fordert die Umweltorganisation Greenpeace die
Bundesregierung auf, nicht vom gültigen Atomausstieg abzurücken.
Veraltete Atomreaktoren weiter laufen zu lassen, verstärke noch die
gravierenden Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung. Zudem würden die
ungelösten Probleme in der Atommülllagerung weiter verschärft. Allein
etwa 400 Tonnen hochradioaktiver Müll fielen bei einer
Laufzeitverlängerung pro Jahr zusätzlich an. Die Bundesregierung will
heute die Verhandlungen mit E.on, RWE, Vattenfall und EnBW über eine
Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken beginnen. Weder hat sie ein
Konzept für die künftige Energieversorgung, noch für die Endlagerung
von Atommüll.

"Mit der Aufkündigung des Atomausstiegs setzt Merkel genau die
unselige Klientelpolitik fort, die schon zum Asse-Desaster und den
Manipulationen beim geplanten Endlagerstandort Gorleben geführt
haben", sagt Heinz Smital, Atomphysiker bei Greenpeace. "Merkel
verkauft die Sicherheit der Bevölkerung, um ihre versprochenen
Steuergeschenke zu finanzieren. Ein zukunftsweisendes und tragfähiges
Energiekonzept läßt sich nicht auf die gefährliche und umstrittene
Laufzeitverlängerung für veraltete Atomkraftwerke stützen."

Laut Atomausstiegsgesetz müsste der Meiler Neckarwestheim 1
innerhalb der nächsten Monate als erster unter der neuen
Bundesregierung abgeschaltet werden. Wie ein mehr als 100 Seiten
starker Ablehnungsbescheid des Bundesumweltministeriums aus dem Jahr
2008 belegt, ist die Strommengenübertragung vom neueren Reaktor
Neckarwestheim 2 auf den älteren Meiler 1 aufgrund gravierender
Sicherheitsmängel nicht möglich. So ist Neckarwestheim 1 unter
anderem nicht gegen einen möglichen Flugzeugabsturz gesichert, der
einen schweren Reaktorunfall auslösen könnte. Gegen eine mögliche
Laufzeitverlängerung für Neckarwestheim 1 protestierten gestern
bereits Greenpeace-Aktivisten aus Baden Württemberg vor dem
Atomkraftwerk.

Trotz mehr als 100 Milliarden Euro Gewinn, die E.on, RWE,
Vattenfall und EnBW allein seit 2002 eingefahren haben, weigern sich
die Energiekonzerne bis heute, die Sanierung des maroden Endlagers
Asse II finanziell mitzutragen. Dabei stammen nach
Greenpeace-Recherchen 63 Prozent der Radioaktivität aus dem
EnBW-Atomkraftwerk Obrigheim, sechs Prozent aus Abfällen aus
RWE-Atomkraftwerken und weitere zwei Prozent aus Atommeilern von Eon
und Vattenfall. Nach Expertenmeinung könnte die Asse-Sanierung rund
2,4 Milliarden Euro kosten.

Achtung Redaktionen:
Atomphysiker Heinz Smital steht heute für Einschätzungen und
Nachfragen in Berlin zu Verfügung, Tel. 0171-87 80 803.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Pressesprecherin Cornelia
Deppe-Burghardt, Tel. 0151-145 33087.
Internet: www. greenpeace.de.

Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6343
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6343.rss2


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