Westdeutsche Zeitung: Eine Militäraktion in Syrien ist unumgänglich =
von Anja Clemens-Smicek
Geschrieben am 28-08-2013 |
Düsseldorf (ots) - Von Gerd Schmückle stammt ein weiser Satz.
"Jeder Krieg ist für mich der Bankrott der Politik", meinte jener
General, der einst erster deutscher Vize-Oberbefehlshaber der Nato
war. Wie eine Bankrotterklärung wirkt auch die drohende Militäraktion
in Syrien. Denn damit hat sich der Westen scheinbar einmal mehr
unfähig gezeigt, seine Möglichkeiten der politischen Einflussnahme
auszuschöpfen. Aber gab es jemals einen Zeitpunkt, zu dem es noch
gelungen wäre, eine gemeinsame Antwort auf das Morden in Syrien zu
finden? Nein, den gab es nicht.
Von Anfang an hat Russland jeden Versuch eines vermittelnden
Lösungsansatzes sabotiert. Weil sie ihre strategischen Interessen am
Mittelmeer wahren will, hat die russische Regierung den
UN-Sicherheitsrat blockiert. Die Intention der westlichen Staaten,
moderate Kräfte der syrischen Opposition zu unterstützen, musste
somit chancenlos bleiben.
Nunmehr ist eine militärische Intervention unumgänglich. Die USA
können nicht eine rote Linie ziehen und dann tatenlos zuschauen, wie
diese überschritten wird. Dann wären sie nur noch die Karikatur einer
Weltmacht. Wenn auch nur der geringste Zweifel daran besteht, dass
der Gebrauch von Massenvernichtungswaffen von der Welt mit aller
Härte sanktioniert wird, werden Despoten wie der Bombenbastler in
Nordkorea oder die Hardliner im Iran die letzten Hemmungen verlieren.
Insofern ist die Reaktion auf den Chemiewaffeneinsatz der
Lackmustest für die internationale Gemeinschaft. Jetzt wird sich
endgültig zeigen, ob Institutionen wie der UN-Sicherheitsrat noch
geeignete Modelle sind, um die Krisen des 21. Jahrhunderts zu
meistern.
Wer glaubt, Europa könne sich - abgesehen von einigen US-Getreuen
- wie bisher wegducken, dürfte eines Besseren belehrt werden.
Deutschland steckt bereits mitten drin - mit den Patriots in der
Türkei, dem Flottendienstboot mit Abhörtechnik im Mittelmeer und bald
wohl auch mit Awacs-Flugzeugen. Vergessen sollten wir auch nicht die
zigtausenden Flüchtlinge, die hierzulande Zuflucht suchen. Syrien ist
schon jetzt eine gewaltige Tragödie antiken Ausmaßes. Deutschland
kann nichts anderes tun, als am Ende die Scherben aufzukehren.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
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