Ärztetag bekräftigt Kritik an elektronischer Gesundheitskarte und fordert Gesetzesänderung
Geschrieben am 30-05-2014 |
Düsseldorf (ots) - Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kommt
aus der Kritik nicht heraus. "Weder kann die eGK die
Patientenversorgung verbessern noch ist sie für die elektronische
Kommunikation im Gesundheitswesen notwendig", sagte Wieland Dietrich,
Vorstandsvorsitzender der Freien Ärzteschaft (FÄ) heute auf dem
Deutschen Ärztetag in Düsseldorf. "Wir fordern statt der geplanten
bundesweiten zentralisierten Telematikinfrastruktur eine
datensparsame, staats- und kassenferne dezentrale Kommunikation und
Datenverwendung in der Medizin."
Der Deutsche Ärztetag stellte heute fest, "dass große, über das
Internet gespeicherte Datenmengen auf Dauer nicht sicher zu schützen
sein werden." Medizindaten ständen unter dem besonderen Schutz der
ärztlichen Schweigepflicht und dürften grundsätzlich nicht zentral
gespeichert werden. Die Ärztetag-Delegierten lehnten zudem mit großer
Mehrheit das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ab
und fordern von der Politik eine entsprechende Gesetzesänderung. Denn
nach dem Willen der Krankenkassen sollen die Arztpraxen verpflichtend
die Versichertenstammdaten über das Internet auf der eGK
aktualisieren. "Arztpraxen sind aber keine Online-Außenstellen der
Krankenkassen", betonte FÄ-Vizevorsitzender Dr. Axel Brunngraber.
Auch eine Ausweiskontrolle in den Praxen zur Prüfung der Identität
der Patienten lehnten die Delegierten mit großer Mehrheit ab.
Maßgebliche Triebkraft dieser wegweisenden Entscheidungen zur
elektronischen Gesundheitskarte war die Freie Ärzteschaft. "Jetzt
sind Bundesärztekammer und Politik gefordert, diese Beschlüsse
umzusetzen", sagte der FÄ-Chef.
Ebenso standen die Kosten des eGK-Projekts zur Abstimmung.
Angesichts der bisherigen Milliardenverschwendung verlangte der
Deutsche Ärztetag eine neue, ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse. Ebenso
beschlossen die Delegierten, der Vorstand der Bundesärztekammer müsse
Transparenz über die bisherigen Ausgaben der Bundesärztekammer für
die eGK-Einführungsgesellschaft gematik und das eigene
Telematik-Dezernat herstellen.
Über die Freie Ärzteschaft e. V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den
Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und
zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene
Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.
Pressekontakt:
Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803, E-Mail:
presse@freie-aerzteschaft.de
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