Neue Westfälische (Bielefeld): Terroranschlag in Manchester
Perverse Tat
Jochen Wittmann, London
Geschrieben am 23-05-2017 |
Bielefeld (ots) - Der Bombenanschlag von Manchester hat eine neue
Qualität: Ziel war ein Popkonzert, das vor allem Jugendliche anzog.
Wer ist so krank, ein Blutbad unter Kindern anrichten zu wollen? Die
kurze Antwort: der sogenannte Islamische Staat (IS), die Terrormiliz,
die die Verantwortung für die Bluttat übernommen hat. Erst kürzlich
hatte der IS die Parole ausgegeben, Anschlage auf Konzerthallen
auszuführen: Dort könne man "die Ungläubigen zusammentreiben und sie
massakrieren". Ein Massaker hat der Selbstmordattentäter in
Manchester tatsächlich anrichten können. So pervers die Untat ist, so
folgt sie doch der unbarmherzigen Logik des Terrorismus: Je
schrecklicher, je unmenschlicher der Anschlag, desto wirksamer. Nun
sind die Briten eine Nation, die mit dem Terror eine lange Erfahrung
hat. Seit den 70er Jahren sah sich das Königreich einer
Bombenkampagne durch die nordirische Untergrundorganisation IRA
ausgesetzt, und das Land steht auf der Liste der Angriffsziele von El
Kaida und IS. Premierministerin Theresa May unterstreicht den
britischen Widerstandsgeist angesichts nationaler Bedrohungen: Man
habe Konflikt und Terrorismus jahrelang ausgehalten, man werde sich
niemals davon unterkriegen lassen. Diese Art von mutmachender
Resolutheit kann die Nation zur Zeit gut brauchen. Die
Sicherheitskräfte müssen immer erfolgreich sein, während die
Terroristen nur einmal Glück brauchen. Die britische Polizei und die
diversen Nachrichtendienste wie MI5 und der Abhördienst GCHQ haben in
der Vergangenheit einen Anschlag nach dem anderen verhindern können.
Diesmal konnte der Attentäter durchs Netz schlüpfen.
Sicherheitsexperten melden, dass das Tempo bei der Terrorabwehr in
den letzten Monaten deutlich erhöht wurde, mit durchschnittlich einer
Festnahme pro Tag. Und doch warnt die Polizei, weitere Terrortaten
seien fast unvermeidbar. Der Selbstmordanschlag von Manchester lässt
bei Sicherheitsexperten insbesondere deshalb die Alarmglocken
schrillen, weil er offenbar sorgfältig geplant war. Einen Sprengsatz
herzustellen braucht Expertise. Es ist wahrscheinlich, dass nicht ein
Einzeltäter, sondern eine ganze Reihe von Terroristen beteiligt
gewesen ist. Auch der Umstand, dass die Identität des Täters den
Sicherheitskräften nach dem Anschlag schnell bekannt war, deutet
darauf hin, dass der Terrorist womöglich im Vorfeld schon einmal
auffällig geworden ist. Die Briten sind erfüllt von schierem
Entsetzen. Doch sie werden sich auch diesmal nicht vom Terror
einschüchtern lassen. Denn das hieße, ihn siegen zu lassen.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
613316
weitere Artikel:
- Rheinische Post: ACHTUNG NEUFASSUNG /
Kommentar: Der IS-Terror kennt keine Gnade Düsseldorf (ots) - Es ist mittlerweile zwölf Jahre her, dass vier
Selbstmordattentäter in London 52 Menschen in den Tod bombten und
dadurch das liberale Einwandererland Großbritannien kolossal
veränderten. Drei der Täter waren Kinder pakistanischer Zuwanderer,
sie wurden in britischen Moscheen radikalisiert. Der blutige Anschlag
ließ das Misstrauen der Briten gegen Muslime wachsen. Bis heute ebbte
es nicht ab. Auch die Brexit-Entscheidung hatte viel mit der Angst
vor offenen Grenzen zu tun. Diese Stimmung wird nun verschärft. Nur
noch mehr...
- Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Donald Trump: Regensburg (ots) - Die jüngsten Enthüllungen über Donald Trumps
Versuch, neben dem FBI-Direktor auch seinen neuen Nationalen
Geheimdienstdirektor und den Chef des Spionagedienstes NSA in der
Russland-Affäre zu beeinflussen, entspricht einem Muster. Der
Präsident missbraucht sein Amt, die unabhängigen Ermittlungen der
Justiz zu behindern. Dan Coats und Mike Rogers haben sich genauso
professionell verhalten wie vorher schon James Comey. Sie wiesen den
Manipulationsversuch des bedrängten Präsidenten zurück. Kaum zu
glauben, dass drei mehr...
- Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zum Anschlag in Manchester: Regensburg (ots) - Der Terror ist zurückgekehrt. Mit 22
unschuldigen Opfern ist der Anschlag von Manchester die schlimmste
Terrortat in Großbritannien seit dem Angriff von vier
Selbstmordattentätern auf die U-Bahn von London im Juli 2005. Auch
seitdem hat es immer wieder Anschläge gegeben, zuletzt die
Messerattacke auf das Parlament von Westminister. Doch dieser
Bombenanschlag, auf den Tag vier Jahre nach der Köpfung des Soldaten
Lee Rigby durch islamistische Extremisten, hat noch einmal eine neue
Qualität. Denn zum Ziel hat sich mehr...
- Rheinische Post: Kommentar: Des Guten zu viel Düsseldorf (ots) - Wenn bei uns in der Schule eine Klausur mies
ausfiel, waren natürlich die Lehrer schuld. Die Arbeit war zu schwer,
der Stoff unbekannt, die Aufgabe unlösbar. Und manchmal war auch
etwas Wahres dran. Zumindest dann bestanden zu Recht Zweifel, wenn
selbst der lernwütigste Streber nur auf eine schwache Vier kam.
Genutzt aber hat damals alles Klagen wenig. Das ist in Zeiten der
sozialen Medien anders. Die Online-Petition Zehntausender Schüler der
zehnten Klassen fand Gehör - sogar im Schulministerium. Die zentrale
Englisch-Prüfung mehr...
- Rheinische Post: Kommentar: Vollzeit im Wahlkampf Düsseldorf (ots) - Vier Monate vor der Bundestagswahl geht in der
Koalition nichts mehr. Union und SPD haben längst in den
Wahlkampfmodus geschaltet. Den verhärteten Fronten im
Regierungsbündnis ist nun das Scheitern des Gesetzes auf ein
Rückkehrrecht von einem Teilzeit- in einen Vollzeit-Job geschuldet.
Damit hat die SPD ein Wahlkampfthema. Dass das Gesetz nicht mehr
kommt, lässt sich verschmerzen. Denn jene Frauen, die in der
sogenannten Teilzeitfalle sitzen, verzichten in der Regel auf einen
Vollzeit-Job, weil sie Kinder betreuen mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|