Rheinische Post: Kommunen verlangen zügige Umsetzung des Verfassungsurteils zur Grundsteuer
Geschrieben am 07-04-2018 |
Düsseldorf (ots) - Die Kommunen erwarten von Bund und Ländern eine
zügige Umsetzung des am kommenden Dienstag fallenden
Verfassungsurteils zur Grundsteuer. "Spätestens am Mittwoch müssen
sich Bund und Länder an einen Tisch setzen und zügig einen
Gesetzentwurf zur Grundsteuer-Reform erarbeiten", sagte Gerd
Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, der in
Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).
Beobachter sind sich weitgehend einig, dass die Richter die veraltete
Methode der Grundsteuer-Erhebung für verfassungswidrig erklären
werden, weil sie dem Gleichheitsgrundsatz zuwiderläuft. "Die Kommunen
verlangen, dass der Gesetzgeber nach dem Urteil keine weitere Zeit
verliert. Eine Kombination aus Bodenwert und pauschalisierten
Gebäudewerten könnte die neue Berechnungsgrundlage werden", sagte der
Gemeindebunds-Vertreter. "Für die Kommunen ist die Grundsteuer
existenziell wichtig. Wir erwarten, dass uns auch künftig mindestens
das bisherige Grundsteuer-Aufkommen von 14 Milliarden Euro jährlich
zur Verfügung steht", betonte Landsberg. "Wir hoffen, dass das
Gericht zur Ermittlung der neuen Grundstückswerte mindestens eine
Frist von fünf Jahren einräumt. Eigentlich bräuchte man für diese
Mammutaufgabe bei über 35 Millionen Grundstücken zehn Jahre", sagte
Landsberg. "Um mehr soziale Gerechtigkeit herzustellen, kann man
darüber reden, die Grundstücke in teuren Lagen höher zu besteuern als
bisher. Immobilienbesitzer und Mieter in schlechteren Lagen würden
dafür im Gegenzug stärker entlastet", erklärte der Kommunalvertreter.
Kontext
Die Grundsteuer trifft sowohl Hauseigentümer als auch Mieter, da
Vermieter die Grundsteuer auf die Mieten umlegen können. Insgesamt
fließen über 14 Milliarden Euro im Jahr in die Kassen von Städten und
Gemeinden. Nach Überzeugung des Bundesfinanzhofs verstoßen die
Einheitswerte für die mehr als 35 Millionen Grundstücke und
Immobilien in Deutschland gegen den Gleichheitssatz des
Grundgesetzes. Auch vor dem Verfassungsgericht stand die Frage im
Mittelpunkt, ob die so genannten Einheitswerte zur
Immobilienbewertung - auf Stand des Jahres 1964 in den westlichen und
1935 in den neuen Bundesländern - heute noch eine gerechte
Steuererhebung zulassen. Die Verfassungsrichter fragten bei einer
mündlichen Verhandlung im Januar mehrfach danach, wie sich die mehr
als ein halbes Jahrhundert alten Zahlen heute noch rechtfertigen
lassen. Für den Staat wird entscheidend sein, welche Frist das
Gericht für die Reform setzen wird. Möglich wären auch zwei Fristen:
eine kürzere für den Gesetzgeber und eine spätere bis zur
tatsächlichen Umsetzung.
www.rp-online.de
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2621
Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
632787
weitere Artikel:
- Rheinische Post: Bundesregierung: Deutschland auf Spitzenplatz bei Stromversorgungssicherheit Düsseldorf (ots) - Deutschland verfügt nach Einschätzung der
Bundesregierung über eine hohe Stromversorgungssicherheit, die in den
kommenden Jahren nochmals verbessert wird. "Bei der
Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität liegt Deutschland im
internationalen Vergleich auf einem Spitzenplatz", heißt es in der
Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen, die
der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe)
vorliegt. Durch Einbindung in europäisch gekoppelte Märkte für Strom
"profitieren mehr...
- Saarbrücker Zeitung: Abgeordnete planen Initiative für Rauchverbot in Autos Berlin / Saarbrücken. (ots) - Nachdem auch Österreich ab 1. Mai
Autofahrern das Rauchen in Gegenwart von Kindern verbietet, gibt es
nun im Bundestag ebenfalls entsprechende Überlegungen. Er werde in
sechs Wochen zu einem fraktionsübergreifenden
"Nichtraucher-Frühstück" einladen und dort eine Initiative
vorschlagen, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding der
"Saarbrücker Zeitung" (Sonnabendausgabe). "Viele Leute brauchen
offenbar ordnungspolitische Vorgaben, damit sie ihre eigenen Kinder
schützen". Der CDU-Abgeordnete mehr...
- Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik
Nach AfD-Kritik - Bischof Feige verteidigt Haltung der Kirchen Halle (ots) - Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat Kritik an
den christlichen Kirchen zurückgewiesen. "Wenn den Kirchen gerade in
jüngster Zeit zunehmend vorgehalten wird, sie würden sich zu stark in
die Politik einmischen und damit ihre eigentliche Aufgabe - die
Seelsorge an den Einzelnen - vernachlässigen, scheint das eher dem
Religionsverständnis zu entsprechen, das Marx damals kritisieren zu
müssen meinte", schreibt der Geistliche in einem Gastbeitrag für die
in Halle erscheinenden Mitteldeutsche Zeitung (Sonnabendausgabe) mehr...
- NOZ: NOZ: Anschläge auf Asylbewerberheime so niedrig wie zuletzt 2014 Osnabrück (ots) - Anschläge auf Asylbewerberheime so niedrig wie
zuletzt 2014
Bundeskriminalamt: Alle Fälle mit rechtsradikalem Hintergrund
Osnabrück. Die Zahl der fremdenfeindlichen Anschläge auf
Asylbewerberheime ist wieder auf das Niveau von 2014 gesunken - also
zur Zeit vor der Flüchtlingskrise. In den ersten drei Monaten dieses
Jahres wurden bundesweit 28 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte
verübt. Das geht aus Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, die
der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) vorliegen. Die Angriffe mehr...
- NOZ: NOZ: Grünen-Fraktionschef Hofreiter: Merkel fängt parteiinterne Kritiker nicht ein Osnabrück (ots) - Grünen-Fraktionschef Hofreiter: Merkel fängt
parteiinterne Kritiker nicht ein
"Teile der Union wollen Rückschritt" - Oppermann: Das Regieren
wird dadurch nicht einfacher
Osnabrück. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hält Kanzlerin
Angela Merkel (CDU) für gescheitert bei dem Versuch, ihre
parteiinternen Kritiker einzufangen. "Teile der Union sind ganz
offensichtlich für Rückschritt", sagte Hofreiter im Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Bundestagsvizepräsident Thomas
Oppermann (SPD) mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|