Allg. Zeitung Mainz: Nachsteuern / Kommentar von Friedrich Roeingh zur Langzeitarbeitslosigkeit
Geschrieben am 16-04-2018 |
Mainz (ots) - Ja, die durchschnittliche Dauer von
Langzeitarbeitslosigkeit steigt an. Und das ist schon deshalb ein
Problem, weil sich dieser Trend mit der Aufnahme von hunderttausenden
minderqualifizierten Flüchtlingen in den kommenden Jahren fortsetzen
wird. Nein, dieser Trend zur Verlängerung von
Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht der Beweis dafür, dass die
Einführung von Hartz IV ein Fehler war. Das Gegenteil zeigt sich,
wenn man auf die Entwicklung der Fallzahlen schaut. Bei der
Einführung von Hartz IV 2005 hatten wir in Deutschland 1,7 Millionen
Arbeitslose, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren. Heute
sind es rund 850.000. Der Grund für die Verlängerung von
Langzeitarbeitslosigkeit liegt eher darin, dass der boomende
Arbeitsmarkt in Deutschland die besser vermittelbaren Arbeitslosen
längst aufgenommen hat. So sind die verbliebenen Langzeitarbeitslosen
im Durchschnitt besonders schwer in Lohn und Brot zu bringen. Das
heißt nicht, dass die Arbeitsmarktpolitiker die Hände in den Schoß
legen könnten. Die Arbeitsverwaltung ist mit der immer schwieriger zu
vermittelnden Klientel schlicht überfordert. Das Gesetz schreibt
einen Betreuer für 150 Hartz-IV-Empfänger vor. Modellversuche zeigen,
dass bei einer Verdoppelung der Betreuer auch doppelt so viele
Langzeitarbeitslose in Arbeit gebracht werden könnten. Außerdem sind
die Verwaltungskosten in den Jobcentern - bei der Jagd nach möglichst
präziser Einzelfallgerechtigkeit - viel zu hoch. Im Durchschnitt
erhält jeder Hartz-IV-Bezieher zehnmal im Jahr einen Bescheid! Merke:
Nicht mit allen Verbesserungsansätzen kann man Schlagzeilen machen.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Lisa Bolz
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de
Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell
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