Rheinische Post: Kommentar: Totalversagen auf allen Ebenen // Von Kristina Dunz
Geschrieben am 14-10-2019 |
Düsseldorf (ots) - Die Türkei, ein Nato-Partner, lässt Truppen in
Nordsyrien einmarschieren, wo ein Funke reicht, um einen Flächenbrand
weit über die Region hinaus anzuzünden. Die USA lassen die Kurden,
die dort ihre Verbündeten im Kampf gegen den IS waren, im Stich und
ziehen ab. Immerhin droht Präsident Trump Ankara mit saftigen
Wirtschaftssanktionen. Dazu kann sich wiederum die EU nicht
durchringen - auch Deutschland nicht. Nicht einmal auf ein
Waffenembargo können sich die EU-Partner einigen. Und auch Berlin
erteilt erst einmal nur keine neuen Rüstungsexportgenehmigungen.
Nato-Generalsekretär Stoltenberg warnt unterdessen vor einer
Isolierung der Türkei. Totalversagen auf allen Ebenen.
Das Vertrauen in das große, angeblich doch auf Frieden
ausgerichtete Militärbündnis und in die westliche Wertegemeinschaft
EU wird weiter erschüttert. Die türkische Militärintervention und
ihre dramatischen Folgen schnüren einem die Kehle zu. Zivilisten
fliehen in Massen. Männer, Frauen, Kinder. Tod und Vertreibung im
Namen eines Nato-Partners. Und dessen Verbündete schauen zu. 
Wenn sie nicht aufwachen, hängen sie mit drin. Die Beistandspflicht
in Artikel 5 des Nato-Vertrags ist klar: Wird ein Nato-Staat
angegriffen, gilt das als Angriff auf alle. Syrische Truppen können
bald türkischen Soldaten auf syrischem Gebiet gegenüberstehen. Was
macht der Nato-Generalsekretär dann? Weiter um Verständnis für die
Türkei werben?
Dass sich ein EU-Beitritt der Türkei unter einem Autokraten wie
Erdogan erledigt hat, ist sowieso klar. Beschädigt er auch noch die
Nato, weil er deren Werte missachtet, müsste auch das Konsequenzen
haben. Hoffentlich sind die dafür Verantwortlichen nicht zu schwach.
Im Moment sieht es leider danach aus.
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2627
Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Kontaktinformationen:
Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.
Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.
Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.
http://www.bankkaufmann.com/topics.html
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.
@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf
E-Mail: media(at)at-symbol.de
706073
weitere Artikel:
- Rheinische Post: Martin Schulz fordert Wirtschaftssanktionen gegen Türkei Düsseldorf (ots) - Angesichts der fortschreitenden türkischen
Militäroffensive in Nordsyrien hat der frühere
Europaparlamentspräsident und SPD-Vorsitzende Martin Schulz
Sanktionen gegen das Land von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan
gefordert. "Kurzfristig muss Erdogan durch Wirtschaftssanktionen zu
spüren bekommen, dass wir Europäer uns seiner Gewalteskalation
widersetzen", sagte Schulz der Düsseldorfer "Rheinischen Post"
(Dienstag). "Darüber hinaus sollte die Suspendierung aller
wirtschaftlichen Kooperationsabkommen mit der mehr...
- Rheinische Post: Bundesweit nur noch 5000 Arbeitsschutz-Kontrolleure Düsseldorf (ots) - Immer weniger Kontrolleure müssen die
Einhaltung von Arbeitsschutzregeln bei immer mehr Beschäftigten
prüfen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf
eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Düsseldorfer
"Rheinischen Post" (Dienstag) vorliegt. Demnach gab es 2018 noch 2004
Aufsichtspersonen der zuständigen Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen. Seit 2009 ist die Zahl um mehr als sechs Prozent
gesunken, gleichzeitig gibt es heute gut 8,6 Millionen Beschäftigte
mehr. Auch die Anzahl staatlicher mehr...
- Kölner Stadt-Anzeiger: NRW fürchtet IS-Rückkehrer aus syrisch-kurdischen Kampfgebiet - Polizeigewerkschaft für bundesweit abgestimmtes Vorgehen Köln (ots) - Düsseldorf. Die türkische Offensive im
syrisch-kurdischen Grenzgebiet verschlechtert die Sicherheitslage in
NRW. Wegen der Angriffe besteht das Risiko, dass bislang inhaftiere
IS-Kämpfer aus Deutschland auf freien Fuß gelangen. "Von möglichen
Rückkehrern geht in vielen Fällen eine erhebliche Gefahr aus, weil
sie an Waffen ausgebildet und kampferfahren sind, weil sie die
gewaltbereite dschihadistische Ideologie verinnerlicht haben und weil
sie unsere Lebensweise zutiefst verachten", sagte NRW-Innenminister
Herbert Reul mehr...
- NOZ: Niedriglohn-Sektor in Niedersachsen besonders groß Osnabrück (ots) - Niedriglohn-Sektor in Niedersachsen besonders
groß
Jeder fünfte Arbeitnehmer betroffen - Ländliche Regionen abgehängt
- Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf Linken-Anfrage
Osnabrück. In Niedersachsen erhält jeder fünfte
Vollzeitbeschäftigte (20,4 Prozent) für seine Arbeit nur einen
Niedriglohn. Betroffen waren im Jahr 2018 exakt 381.916 Menschen. Das
geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage
der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (NOZ) vorliegt. mehr...
- Saarbrücker Zeitung: Mehr als jeder zweite Arbeitslose hat keinen Berufsabschluss - DGB fordert finanzielle Anreize für Weiterbildung Berlin/Saarbrücken (ots) - Mehr als jeder zweite Arbeitslose in
Deutschland (52,6 Prozent) hat nach einem Bericht der "Saarbrücker
Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) keinen Berufsabschuss. Von den
durchschnittlich knapp 802.000 Arbeitslosengeld-Empfängern im
vergangenen Jahr hätten aber lediglich 5,7 Prozent eine
abschlussbezogene Weiterbildung absolviert, schreibt das Blatt unter
Berufung auf eine aktuelle Untersuchung des DGB. Von den mehr als 1,5
Millionen registrierten Langzeitarbeitslosen im Hartz-IV-Bezug seien
es sogar nur 1,4 mehr...
|
|
|
Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:
LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
|