Allgemeine Zeitung Mainz: Bärendienst
Geschrieben am 03-04-2008 |
Mainz (ots) - Ralf Heidenreich zur BayernLB
Eines vornweg: Für die Geschäfte der Landesbanken sind nicht Finanzminister oder andere Politiker verantwortlich, sondern das Management der Geldinstitute. Es ist der Vorstand, der die Richtung vorgibt und der entscheidet, in welche Anlagen investiert wird. Das sollten all jene verinnerlichen, die jetzt lauthals den Rücktritt des bayerischen Finanzministers Erwin Huber fordern. Nicht nur der CSU-Chef muss sich bei der BayernLB künftig wohl noch viel schmerzlichere Erfahrungen machen, denn bei dem, was noch an Belastungen in der Bilanz schlummert, muss für dieses Jahr mit Verlust gerechnet werden. Häufig wird kritisiert, das Geschäftsmodell der Landesbanken insgesamt sei nicht mehr "zeitgemäß". Das ist noch zurückhaltend ausgedrückt. Denn im Grunde genommen haben viele der Institute überhaupt kein tragfähiges Geschäftsmodell. Stattdessen hielten sie sich mitunter mit zweifelhaften Investments mit faulem Inhalt über Wasser. Dabei ist den Managern - und zwar nicht nur der Landesbanken, sondern auch großer Privatbanken - anzulasten, dass sie sich häufig gar nicht informiert haben, in was sie da eigentlich investieren, sondern blind auf die - häufig falsche - Bewertung der Anlagen durch Rating-Agenturen vertraut haben. Erwin Huber hätte den Niedergang der BayernLB sicherlich nicht verhindern können. Dennoch hat er einen entscheidenden Fehler begangen: Er hat geglaubt, die Katastrophe unter der Decke halten zu können, indem er schweigt. Ein großer Irrtum, denn eine solche Vorgehensweise schürt Misstrauen und macht am Ende alles nur noch schlimmer. Seiner Partei, die unter dem Zwist des Führungsduos sowie den Rückschlägen beim Transrapid und den Kommunalwahlen ohnehin schon leidet, hat er damit einen Bärendienst erwiesen.
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