Westfalenpost: Putins Trommelfeuer
Geschrieben am 11-02-2007 |
Hagen (ots) - Turbulente Sicherheitskonferenz Von Jörg Fleischer Wladimir Putin hat die internationale Plattform der Münchner Sicherheitskonferenz clever genutzt. Bei seiner Premiere vor dem bedeutenden Forum hat der russische Präsident cool seine Macht demonstriert. In der ihm eigenen Mischung aus Arroganz, Anmaßung und Erpressung hat der Ex-KGB-Spion Europa spüren lassen, dass die Staatengemeinschaft von seinen Energielieferungen abhängig ist. Putins Auftritt hat mit gutem Benehmen nichts zu tun. Es handelt sich dabei schlicht um Realpolitik. Da fühlt man sich zeitweise zurückversetzt in den Kalten Krieg. Putin ist durchdrungen vom Machtbewusstsein des untergegangenen Sowjetreiches. Er lässt den Westen frösteln. Er poltert gegen die Nato. Sie ist nah an Russlands Grenzen herangerückt. In friedvoller Absicht natürlich, so will die Allianz es verstanden wissen. Doch Putin demonstriert ganz ungeniert seine Vorbehalte gegen das Bündnis, gegen Amerika. Er sieht sein Land bedroht durch die geplante Raketenabwehr der USA - und stellt gleichzeitig klar: Russland ist gewappnet. Das ist die Diktion des Kalten Krieges. Putins Auftritt in München hat unmissverständlich klar gemacht: Der Ost-West-Konflikt ist zwar beendet - vergessen ist er nicht. Das gilt umso mehr in Zeiten globaler Bedrohungen, denen wir nur mit vereinten Kräften begegnen können. Religiöse Konflikte, Terror, Energiekrisen - Europa wird Herausforderungen wie diese nur mit Amerika "und" Russland bestehen. Das weiß Putin. Und er droht Amerika. Der kühle Taktiker geißelt den Weltpolizisten USA. Er nennt Bushs eigenmächtiges militärisches Vorgehen - wir denken an den Irak - unheilvoll. Wer wollte da aus deutscher Sicht ernsthaft widersprechen? Dem neuen US-Verteidigungsminister bleibt bei seinem Auftritt in München nur, Gelassenheit zur Schau zu stellen. Wohl wissend, dass es ihm an wirklich starken Argumenten mangelt. Deshalb ist das Debüt des Robert Gates in München eher blass geblieben. Doch der Lichtblick dieser Konferenz ist: Die deutsche Kanzlerin zieht aus Putins Trommelfeuer einen Vorteil für Europa. Denn bei aller Kritik sucht Putin den Schulterschluss mit ihr. Es schlägt die Stunde der klugen Moderatorin zwischen den Mächten. Diese Rolle liegt Angela Merkel. Die EU-Ratspräsidentin hat sich in München als die derzeit wichtigste Akteurin auf der internationalen Bühne profiliert. Eine Chance, die sie nutzen muss.
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