BERLINER MORGENPOST: Prinzip Hoffnung - Kommentar von Björn Hartmann zum Kompromiss im Diesel-Streit
Geschrieben am 03-10-2018 |
Berlin (ots) - Vordergründig sieht der Kompromiss, den CDU, CSU
und SPD da zusammengeschraubt haben, sehr schön aus: Angebote der
Autoindustrie für Dieselfahrer in besonders mit Stockoxiden
belasteten Regionen, Angebote der Autoindustrie an Besitzer älterer
Diesel, auf sauberere neue umzusteigen, Hardware-Nachrüstungen der
Autoindustrie für schmutzige Diesel.
Doch wirklich durchsetzen lässt sich das alles nicht. Zum einen
muss die Autoindustrie auch wollen - unwahrscheinlich, dass sie etwas
tut, was Geld kostet, aber eher nichts einbringt. Vor allem bei
Nachrüstungen sind die Hersteller skeptisch.
Zum Zweiten müssen auch die Fahrer der entsprechenden Diesel
wollen. Und da sind Zweifel berechtigt: Denn selbst mit 5000 oder
10.000 Euro Rabatt für einen Neuwagen müsste ein Dieselfahrer immer
noch ordentlich Geld drauflegen.
Zum Dritten: Wenn weder Autoindustrie noch Kunden wirklich wollen,
hat die Bundesregierung keine Handhabe, das mühsam geschnürte
Gesamtpaket der Koalition per Gesetz durchzusetzen. So setzt die
große Koalition auf das Prinzip Hoffnung.
Ganz nebenbei fragt sich natürlich der Dieselfahrer in Berlin, in
Brandenburg oder in Frankfurt am Main, warum der Dieselfahrer in
Hamburg oder Stuttgart andere Tauschangebote bekommt als er selbst.
Oder genauer: Auf dem Land dürfen die Dieselfahrer weiterhin die
Luft verpesten, in Städten mit besonders hoher Stickoxidbelastung
sollen doch bitte, bitte alle an die Umwelt denken. Eine gute, klare
Lösung, die dem Wähler auch zu vermitteln wäre, sieht anders aus.
Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST
Telefon: 030/887277 - 878
bmcvd@morgenpost.de
Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell
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