Integrationsmonitor der INSA-STIFTUNG gGmbh 2018
Geschrieben am 14-12-2018 |
Erfurt (ots) - Aus Anlass des 10jährigen Jubiläums der
Deutschlandstiftung Integration haben wir für die INSA-STIFTUNG gGmbH
den diesjährigen "Integrationsmonitor" erstellt*.
Der "Integrationsmonitor" stellt einerseits fest, dass das Thema
Integration ganz überwiegend positiv besetzt (57 Prozent) ist.
Andererseits dokumentiert er auch, dass eine ganz große Mehrheit der
Befragten (75 Prozent) der Meinung ist, dass Integration schlecht
gelingt. Dr. Anna-Lisa Neuenfeld, Senior-Beraterin bei
INSA-CONSULERE: "Die Ergebnisse zeigen, dass es in der Debatte um die
Integration nicht nur die eine richtige Meinung gibt, sondern dass
viel differenzierter und auch sachlicher diskutiert werden muss. Und
sie zeigen auch, wie wichtig eine regelmäßige Durchführung des
"Integrationsmonitors" für eine solche Diskussion sein kann."
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
Für die Mehrheit der Befragten (44%) ist das Erlernen und
Beherrschen der deutschen Sprache ganz allgemein für die Integration
von Zuwanderern notwendig.
An zweiter Stelle steht die Vermittlung und Akzeptanz deutscher
Kultur, Werte und Gesetze (20%). Es folgen Arbeit/Beruf (11%) und
Offenheit bzw. Toleranz der aufnehmenden Gesellschaft bzw. Vertrauen
(10%).
Für Befragte aus dem Westen Deutschlands ist der Begriff
"Integration" häufiger positiv besetzt als bei den Befragten aus dem
Osten Deutschlands (59 zu 50%). Dementsprechend umgekehrt verhält es
bei den Befragten, welche "Integration" als negativ besetzt sehen (33
zu 41%).
Bei den Anhängern aller Parteien ist der Begriff "Integration"
mehrheitlich positiv besetzt - am stärksten bei den Wählern der
Grünen (76%). Lediglich die AfD-Wähler empfinden den Begriff nur zu
23 Prozent positiv, hingegen zu 73 Prozent negativ.
Den aktuellen Stand der Integration von Zuwanderern in Deutschland
schätzen insgesamt 18 Prozent als gut ein (kumuliert). Davon meinen
nur zwei Prozent, dass diese sehr gut gelingt und 16 Prozent, dass
dieser eher gut gelingt. 45 Prozent der Befragten geben an, dass die
Integration eher schlecht gelingt und 30 Prozent, dass diese sehr
schlecht gelingt.
Je älter die Befragten, desto häufiger schätzen sie den Stand der
Integration von Zuwanderern in Deutschland als schlecht gelingend
ein.
Während 61 Prozent der 18- bis 24-Jährigen angeben, dass die
Integration schlecht gelingt, steigt dieser Anteil kontinuierlich auf
84 Prozent der ab 65-Jährigen. Entsprechend sind 32 Prozent der 18-
bis 24-Jährigen der Meinung, dass die Integration von Zuwanderern gut
gelingt. Hier sinkt der Anteil mit dem Alter auf elf Prozent der 55-
bis 64-Jährigen und steigt dann wieder leicht auf 14 Prozent der ab
65-Jährigen.
Am besten gelingt die Integration in Deutschland laut Meinung der
Befragten bei Migranten aus der EU (49 % gelingt gut), gefolgt von
Spätaussiedlern (47%) sowie Arbeitsmigranten (36%).
Bei diesen Gruppen liegen die Anteile derjenigen, die angeben,
dass die Integration gut gelingt höher als die Anteile derjenigen,
die angeben, dass die Integration schlecht gelingt. Bei Migranten von
außerhalb der EU sowie bei Flüchtlingen sieht dies deutlich anders
aus: Hier geben 59 bzw. 66 Prozent an, dass die Integration dieser
Gruppen schlecht gelingt, jedoch nur 13 bzw. elf Prozent, dass diese
gut gelingt.
Vor allem die Wähler der AfD sind zu 74 Prozent der Meinung, dass
die Person, die sich integrieren will bzw. soll stärker in der
Pflicht ist, erfolgreiche Integration von Zuwanderern zu
gewährleisten. Bei den restlichen Wählergruppen liegen die Anteile
hierbei zwischen 27 Prozent (Grüne) und 49 Prozent (FDP).
73 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass viele Zuwanderer
zu wenig tun, um sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. 13
Prozent teilen diese Meinung nicht.
69 Prozent sind der Meinung, dass muslimische Zuwanderer häufiger
Probleme haben, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren als
Zuwanderer anderen Glaubens (16 % stimmen nicht zu). Eine Mehrheit
von 57 Prozent meint, dass fremdenfeindliche Einstellungen innerhalb
der deutschen Gesellschaft die Integration von Zuwanderern
erschweren, während mehr als ein Viertel (28 %) nicht dieser Meinung
ist. Dass der deutsche Staat derzeit insgesamt zu wenig für die
Integration von Zuwanderern unternimmt meinen 42 Prozent, während 40
Prozent diese Meinung ablehnen.
Insgesamt 23 Prozent (kumuliert) der Befragten sind der Meinung,
dass sich die weitere Aufnahmebereitschaft der deutschen Bevölkerung
gegenüber Zuwanderern innerhalb der nächsten fünf Jahre verstärken
wird.
Dass diese eher ablehnend wird meinen 46 Prozent und 24 Prozent
sind der Meinung, dass diese sehr ablehnend wird.
70 Prozent der Befragten schätzen den Einfluss von Zuwanderung auf
den Wohnungsmarkt als eine Verschlechterung der Situation dort ein.
61 Prozent meinen dies über die Sicherheitslage und 51 Prozent über
das Sozialversicherungssystem. 47 Prozent meinen, dass Zuwanderung
die Situation im Rentensystem verschlechtert und 45 Prozent, dass
dies für das Gesundheitssystem der Fall ist. Lediglich bezüglich dem
Arbeitsmarkt gibt es eine relative Mehrheit an Befragten, welche
angeben, dass Zuwanderung die Situation auf dem Arbeitsmarkt weder
verschlechtert noch verbessert (36 %).
Insgesamt ein Drittel der Befragten (33 %, kumuliert) ist der
Meinung, dass sich Zuwanderung positiv auf das Wirtschaftswachstum
auswirkt.
Mehr als ein Viertel (28 %, kumuliert) meint, dass die
Auswirkungen hier negativ sind. 31 Prozent meinen, dass sich
Zuwanderung weder positiv noch negativ auf das Wirtschaftswachstum in
Deutschland auswirkt.
Jeweils 18 Prozent der Befragten sehen ihre eigenen Ansichten und
Einstellungen bei den Themen Migration und Integration am ehesten bei
der Union bzw. bei keiner Partei vertreten. 16 Prozent finden sich
hier bei der AfD wieder und zwölf Prozent bei den Grünen. Acht
Prozent nennen hier die SPD, sechs Prozent die Linkspartei und fünf
Prozent die FDP. Bezogen auf die Wahlpräferenz zeigt sich, dass vor
allem die AfD-Wähler ihre Ansichten und Einstellungen bei den Fragen
Migration und Integration bei der Partei wiederfinden, die sie auch
wählen (77 %). In geringerem Ausmaß ist dies bei den Union- (61 %),
Grünen- (49 %), Linke-, SPD- (je 45 %) sowie den FDP-Wählern (39 %)
der Fall.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.insa-consulere.de
*Für den "Integrationsmonitor" wurden vom 16.11-19.11.2018 im
INSA-Meinungstrend der INSA-CONSULERE GmbH 2.047 Personen ab 18
Jahren aus ganz Deutschland befragt.
Pressekontakt:
Dr. Anna-Lisa Neuenfeld, Senior-Beraterin und Leiterin
Öffentlichkeitsarbeit,
neuenfeld@insa-consulere.de
Original-Content von: INSA-CONSULERE GmbH, übermittelt durch news aktuell
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