Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Reiseverbot für alle gewalttätigen Fußballfans
Verlockende Idee
HUBERTUS GÄRTNER
Geschrieben am 07-01-2014 |
Bielefeld (ots) - Michael Gabriel, Sprecher der
Koordinierungsstelle für Fußball-Fanprojekte, versucht, die guten
Geister zu beschwören: "Im Grunde genommen sind viele Dinge auf einem
guten Weg", sagt er. Polizei, Fans und Vereine würden in Deutschland
"verstärkt miteinander kommunizieren". Diesen Dialog müsse man
unbedingt fortführen, fordert Gabriel zu Recht. Leider ist seine
Einlassung aber auch idealistisch. Sie beleuchtet nur eine Seite der
Medaille. Die andere war zuletzt immer wieder in den Fußballstadien
oder auf den Wegen dorthin zu sehen. Wenn sich gewalttätige Fans hier
gegenseitig mit Leuchtraketen beschießen, auf den Tribünen
bengalische Feuer oder Böller zünden, dann wird es auch für
Unbeteiligte extrem gefährlich. Attacken gegen Polizeibeamte,
Schlägereien und zahlreiche Sachbeschädigungen zeugen zudem von der
kriminellen Energie, die etlichen Fußballfans eigen ist. Bilder, wie
sie unlängst auf Schalke, in Bielefeld und anderswo produziert
wurden, zeigen die brutale Fratze beim Fußball. Es ist verständlich
und notwendig, dass sich die breite Öffentlichkeit über solche
Ausschreitungen empört. Auch von den Innenministern darf erwartet
werden, dass sie nach probaten Konzepten suchen, um der zuletzt
wieder verstärkt aufflackernden Fangewalt Herr zu werden. Das gilt im
Übrigen auch für die Profivereine, die Millionen scheffeln, aber für
die Fanarbeit vergleichsweise nur einige Brosamen übrighaben.
Repression ist zur Bekämpfung der Gewalt ebenso notwendig wie
Prävention. Ob aber eine Verschärfung der Repression, nach der viele
rufen, erfolgreich wäre, bleibt fraglich. Zwar klingt es verlockend,
gewaltbereite Fußballfans am Reisen zu hindern. In der Praxis ist das
aber kaum umzusetzen. Mittlerweile begleiten viele tausend Fans bei
Auswärtsspielen ihre Mannschaften quer durch die Republik. Jeder
Versuch, hier Reiseverbote und lückenlose Kontrollen einzuführen,
wäre zum Scheitern verurteilt und auch rechtlich problematisch. Er
würde wohl zu noch mehr Konflikten führen. Es gilt daher, die
vorhandenen juristischen Instrumente gegen Gewalttäter konsequent
auszuschöpfen. Vielleicht werden einige dann doch noch zur Vernunft
kommen.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
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