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Allg. Zeitung Mainz: Nicht ruiniert (Kommentar zum TV-Werbeverzicht)

Geschrieben am 11-01-2008

Mainz (ots) - Nun scheint der staatsmännische Auftritt der
französischen Präsidenten Sarkozy doch noch etwas Konkretes bewirkt
zu haben; denn Bonapartes Erbe hatte in seiner ansonsten eher von
Privatem durchwehten Pressekonferenz angekündigt, den
öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern im Nachbarland einen
Werbeverzicht aufzubrummen. Und genau diese Idee macht nun
grenzübergreifend auch in Deutschland die Runde, wo das TV-Publikum
schon froh wäre, wenn ARD und ZDF auf Schleichwerbung und die direkt
oder indirekt honorierte Platzierung von Produkten, auch Filmen,
Auftritten, Büchern etc., in ihren populären Formaten verzichteten.
So ist das Auffliegen des Falles Andrea Kiewel, die schamlos für
Schlankmacher warb und dafür gefeuert wurde, mitnichten ein Resultat
Zweiter Deutscher Selbstreinigungskräfte, sondern eher des generellen
Futterneids in der Medienwirtschaft. Dabei mussten sich die
Verantwortlichen, um so etwas nicht früher zu sehen, keineswegs beide
Augen zuhalten, das rechte allein mit zwei Fingern hat offenbar schon
genügt. Der Ruf nach einem Werbeverzicht auch hier kommt jetzt aber
nicht nur von Hütern der reinen Fernsehlehre, viel mehr noch aus dem
Kreis der Privaten, die nicht nur nach Umsatzplus gieren, sondern mit
dem Einstieg des Medienzaren Rupert Murdoch bei Premiere das
Fracksausen bekommen, weil sie mit Recht fürchten, dass der
US-Multimilliardär dem Bezahlsender den gesamten Bundesliga-Fußball
zuschanzen könnte, was wie von selbst gravierende Auswirkungen auf
die künftige Verteilung des TV-Werbekuchens hätte. ARD und ZDF
könnten wirtschaftlich damit leben, obgleich ihr Publikum mit einem
solchen Deal hart vor das Schienbein getreten würde, weil aktueller
TV-Fußball damit auf Länderspiele reduziert wäre. Unter dem Strich
sind die Werbeeinnahmen für die beiden Anstalten aber vor dem
Hintergrund eines konstant wachsenden Gebührenaufkommens nicht der
entscheidende Teil. Ein Verzicht, wenn er denn tatsächlich käme,
würde sie nicht ruinieren; ihre Programme aber gewiss noch deutlicher
und angenehmer vom Einerlei all der Privat- und Bezahlkanäle abheben.

Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65597
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65597.rss2

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz

crossmedia@vrm.de


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